Die Doktorarbeit: 10 Gründe zu promovieren

10 Gründe zu promovieren

Wer sich noch mit der Idee quält, ob er promovieren soll oder nicht, für den sind die folgenden zehn vollständig subjektiven Gründe evtl. eine Entscheidungshilfe:

Hier also zehn Gründe, zu promovieren:

  1. Es lohnt sich endlich, Visitenkarten zu besitzen

  2. Ansprechpartner müssen sich nicht mehr den Nachnamen merken, sondern können einfach “Herr Doktor” bzw. “Frau Doktor” sagen

  3. Endlich ein Grund, den Personalausweis erneuern und ein hübscheres Foto einkleben zu lassen

  4. Das mühsam erkämpfte Diplom wird bei der persönlichen Ansprache in Deutschland üblicherweise nicht berücksichtigt

  5. Die gefühlte aggregierte Durchschnittsintelligenz in einer Liäson mit einer Blondine steigt

  6. Man hat eine Voraussetzung für die Habilitation erfüllt

  7. Das eigene Selbstbewusstsein steigt, zumindest, wenn man den Doktortitel ehrenhaft erworben hat

  8. Im Durchschnitt werden Promivierte im Beruf besser bezahlt

  9. Nun macht der eigene Name als Firmenbezeichnung wieder etwas her

  10. Der Doktor ist dem Olymp etwas näher

In Wirklichkeit will ich nur möglichst viele Personen in ein tiefes seelisches Loch stürzen, indem ich sie dazu motiviere, ihre Zukunft durch das Beginnen einer langwierigen, nervenaufreibenden, schonungslosen, arbeitsintensiven Doktorarbeit zu verdunkeln…

Anforderungen an Doktoranden

Es ist anscheinend nicht so weit verbreitet, dass der Erwerb eines Doktortitels in bestimmten Fächern deutlich weniger Mühe bereitet als in anderen. Zu diesen einfacheren Fächern zählen im Durchschnitt Medizin (hängt aber vom Fachgebiet ab, oft jedenfalls ist es ein besseres Praktikum; Hier scheint oft zu gelten: Studium schwer, Dissertation einfach), BWL/VWL (keine Wissenschaft, sondern nur eine Lehre; hat ja in der Realität oft genug versagt), Mathematik (anspruchsvoll, aber fast schon kurzweilig). Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass im Gegensatz dazu in Fächern wie Physik oder Informatik die Mühen im Durchschnitt schier endlos sind (wegen langwieriger Bearbeitungszeit, zahlloser Belegpflichten, Laborarbeiten, Veröffentlichungen, faktenbasierter Kompetenzprüfung ohne Larifari etc.). Ein Unterschied im Anspruch ergibt sich zudem aus den Anforderungen, welche die Universitäten an die Doktoranden stellen bzw. wie viel Geld aus dem Umfeld des Doktoranden an den Doktorvater gespendet wird.

Wer das anders sieht, kann mir gerne eine Mail schreiben. Bitte beachten: Ich habe oben vom Durchschnitt gesprochen, nicht von konkreten Einzelfällen!

Um ein letztes Warnsignal für angehende Doktoren zu geben, im folgenden Abschnitt ein paar abschreckende Eindrücke.

Der Weg zum Doktor

An dieser Stelle folgt demnächst ein Bericht über die Strapazen zur Erlangung eines Doktors und nicht, wie die Überschrift des Abschnitts  zunächst vermutet lässt, über den Gang zum Arzt.

Meine Doktorarbeit ist seit einiger Zeit voll abgeschlossen, ich darf den Titel seit Ende 2009 tragen. Die Domäne www.doktor-meffert.de hatte ich bereits vor Abschluss der Arbeit in der (fast schon lebensnotwendigen) Zuversicht reserviert, dass die Zukunft ein positives Ende findet, was sich ja auch erfüllt hat.

Zwecks der Absicht der umfänglichen Schilderung aller Strapazen, die sich während meiner Doktorarbeit ergeben haben, bin ich versucht, meinen Provider um mehr Speicherplatz zu bitten. Evtl. reichen 47 Terabyte aus, um jeden einzelnen Leidenseindruck angemessen zu würdigen, ich gehe aber lieber gleich auf 200 TB, man weiß ja nie…